August 2022: Stille mit Gott

Im August findet wieder die Andachten-Reihe »Stille mit Gott« statt. An insgesamt vier Donnerstag erwartet Sie jeweils um 19.00 Uhr in unserer St.-Laurentius-Kirche eine meditative Andacht mit Lesungen, Stille, Gebet und Musik.
Termine:
Do., 04.08., 19.00 Uhr (Veeh-Harfen)
Do., 11.08., 19.00 Uhr (Gitarrengruppe Azendorf)
Do., 18.08., 19.00 Uhr (Eberhard Ley)
Do., 25.08., 19.00 Uhr (Akkord-Zither-Gruppe)


»Da sage noch mal einer, dass die Bibel langweilig ist«
Internationaler Gottesdienst 2022

Am Pfingstmontag, dem 6. Juni 2022, hat das Dekanat Thurnau wieder einen großen internationalen Gottesdienst gefeiert. 100 Gottesdienstbesucher waren gekommen, um Gastprediger Volkher Jacobsen aus Australien zu hören. Volkher Jacobsen ist Pilot und Ausbilder bei der Mission Aviation Fellowship (MAF). Das ist eine Organisation, die mit Kleinflugzeugen Güter in abgelegene oder abgeschnittene Gebiete bringt oder Kranke transportiert.

In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie der Apostel Paulus in Seenot geriet. Während einer Überfahrt von Kreta nach Italien geriet sein Schiff in einen Sturm, der es fast zum Kentern brachte. Der Sturm ist typisch für die Jahreszeit. Auch Volkher Jacobsen erlebte ihn aus nächster Nähe, als er eines der Flugzeuge der MAF nach Europa fliegen sollte. Binnen kurzer Zeit vereiste das komplette Flugzeug - Frontscheibe, Flügel, Propeller. »Beim Landeanflug war ich froh um den starken Seitenwind. So musste ich die Maschine in den Wind drehen und konnte wenigstens aus dem Seitenfenster die Landebahn sehen.«, erzählte Volkher Jacobsen.
Volkher Jacobsen ist überzeugt: Er hat den Sturm nur durch den »übermäßigen Gebrauch von Schutzengeln« überlebt. Nicht anders erging es dem Apostel Paulus. Die Besatzung des Schiffes hatte mit dem Leben bereits abgeschlossen. Paulus aber erschien ein Engel. Darum sprach der Apostel den Männern an Bord Mut zu und ermahnte sie, zu essen und sich zu stärken. Die Stärkung war auch nötig, denn am Ende lief das Schiff auf Grund und die Besatzung und die Gefangenen mussten sich an Treibgut klammernd an Land retten.

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»Da sage noch mal einer, dass die Bibel langweilig ist«, kommentierte Volkher Jacobsen und erzählte, dass nicht nur für ihn, sondern für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MAF diese Geschichte noch eine Bedeutung hat. Der Engel sagte damals zu Paulus »Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir fahren.«, d.h. sie alle sollten überleben. Piloten wie Volkher Jacobsen vertrauen darauf, dass Gott ihnen die schenkt, die sie bei ihren Rettungsflügen transportieren oder bei ihren Versorgungsflügen mit Hilfsgütern beliefern. Es toben viele Stürme in der Welt - im wörtlichen wie im übertragenen Sinne: Naturkatastrophen, Kriege und gewaltsame Konflikte, Hunger und Krankheit. Wo immer diese Stürme toben, fliegt die MAF. Mit 42.000 Flügen pro Jahr bringen sie Menschen in 27 Ländern der Erde Hilfe, Hoffnung und Heilung.
Paulus war nicht als Kapitän oder Anführer an Bord des Schiffes, sondern als einer von vielen Gefangenen, die mit dem Schiff nach Rom gebracht werden sollten. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MAF verstehen sich nicht als Anführer oder meinen, dass sie über anderen stehen. Sie sehen sich als Christinnen und Christen, die im selben Sturm sind wie ihre Brüder und Schwestern.

»Ich weiß nicht«, schloss Volkher Jacobsen, »welche Stürme es in ihrem Leben gibt - vielleicht Beziehungen, die dabei sind, kaputtzugehen, vielleicht gesundheitliche Probleme, vielleicht etwas anderes. Bitte schauen Sie sich hier um. Sie sind nicht alleine. Selbst wenn Sie gerade nicht einmal mehr die Kraft haben, zu glauben und zu beten, hier sind andere, die das für sie tun. Wenn der Sturm tobt, gibt es Menschen, denen hat Gott Sie und Ihr Leben geschenkt. Darum essen Sie etwas und stärken Sie sich.«

Der Gottesdienst wurde wie jedes Jahr vom sog. Missionskreis des Dekanats vorbereitet. Der Missionskreis besteht aus Ehrenamtlichen aller Gemeinden, die Interesse haben, mehr über Christinnen und Christen in anderen Ländern zu erfahren, vor allem den Christinnen und Christen in den Partnerdekanaten Thurnaus in Papua-Neuguinea. Daniel Städtler, Missionspfarrer des Dekanats, bedankte sich bei ihnen, dem Bezirksposaunenchor und allen Helferinnen und Helfern. Statt »warmer Worte«, wie er sagte, wollte er Volkher Jacobsen etwas anderes mitgeben: Er bat stattdessen um Spenden und rief zur Mitarbeit bei der MAF auf. Wer die Welt sehen und anderen etwas Gutes tun will, ist bei der MAF gut aufgehoben. Besonders interessante könnte die MAF für Schülerinnen und Schüler sein, die ihrem Abschluss entgegengehen: Die MAF bietet nämlich auch verschiedene Ausbildungen an, u.a. natürlich zum Piloten. Außerdem gab Pfarrer Städtler Volkher Jacobsen noch etwas mit, das ihm bei seiner Arbeit helfen soll: kleine Kreuze, sog. Handschmeichler, falls er oder einer seiner Passagiere einmal etwas in der Hand braucht, um sich an Christus festzuhalten.

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Weitere Informationen: www.maf-deutschland.de


Pfingstgottesdienst an der Kneipp-Anlage

Am Pfingstsonntag, dem 5. Juni, feierte Wonsees wieder einen Freiluft-Gottesdienst. Der Gottesdienst fand dieses Jahr nicht im Felsengarten von Sanspareil, sondern an der Kneipp-Anlage in Wonsees statt.

Pfingstgottesdienst an der Kneippanlage

Das gute Wetter und das schöne Fleckchen Natur, an dem die Kneipp-Anlage liegt, zog knapp 80 Gottesdienstbesucher an. Für die musikalische Begleitung sorgte der Posaunenchor, der mit seinem Nachspiel »Sailing« für einen richtigen Ohrwurm sorgte.

In seiner Predigt erklärte Pfarrer Städtler, wie absurd Menschen manchmal sind: Ausgerechnet die Gaben und Fähigkeiten, die Gott ihnen schenkt, um sie zur Zusammenarbeit und einem Miteinander anzuregen, nutzen die Menschen, um sich mit anderen zu vergleichen und um darum zu konkurrieren, wer besser ist. Pfarrer Städtler nannte aber auch beeindruckende Beispiele aus der Gemeinde und aller Welt, die zeigen, was Menschen miteinander und mit Gott erreichen können, wenn sie so zusammenarbeiten, wie Gott sich das für sie gedacht hat.

Ob der Pfingstgottesdienst nächstes Jahr wieder wie gewohnt im Felsengarten oder an einem anderen Ort stattfinden wird, steht noch nicht fest. Sicher ist, wir werden ihn gemeinsam mit Trumsdorf feiern und Sie rechtzeitig informieren!


»Wir sind die größte Fluggesellschaft der Welt, aber keiner kennt uns.«

Am Freitag, dem 3. Juni, berichtete Volkher Jacobsen, ein echter Buschpilot, im Gemeindehaus »Lichtblick« in Thurnau über seine Arbeit.

Volkher Jacobsen, Pilot und Ausbilder bei der MAF

Volkher Jacobsen, Pilot und Ausbilder bei der MAF

Volkher Jacobsen ist Deutscher, lebt aber mit seiner amerikanischen Frau und seinen Kindern in Australien. Dort arbeitet er als Pilot und Ausbilder bei der Mission Aviation Fellowship. Mit einer Flotte von 120 meist einmotorigen Kleinflugzeugen versorgt die MAF Menschen in 34 Ländern. Bei rund 42.000 Flügen pro Jahr startet oder landet im Durchschnitt alle sechs Minuten eine Maschine der MAF. »Wir sind die größte Fluggesellschaft der Welt, aber keiner kennt uns.«, stellte Volkher Jacobsen fest und stellte anschließend die Arbeit der MAF vor, damit die Organisation nicht länger eine Unbekannte ist.

Zerstören Überschwemmungen oder andere Naturkatastrophen Straßen und Verbindungswege, fliegt die MAF Lebensmittel ein und Verletzte aus. »Wir haben Menschen, die nichts andere machen, als nach der nächsten Katastrophe Ausschau zu halten. Man würde denken, die haben nicht viel zu tun. Aber das stimmt nicht. Es ist nie länger als zwei Tage ruhig, dann kommt schon das nächste Unglück.«, sagte Volkher Jacobsen und zeigte dazu Bilder von seine Einsätzen. Der Großteil der Arbeit der MAF besteht in regelmäßigen Versorgungsflügen. Länder wie Papua-Neuguinea haben abseits der Städte so gut wie kein Straßennetz. Bei sechs Metern Niederschlag im Jahr können Straßen kaum gebaut und unterhalten werden.

Dies ist nicht die Folge einer Naturkatastrophe. So sehen Straßen in Papua-Neuguinea aus.

Dies ist nicht die Folge einer Naturkatastrophe. So sehen Straßen in Papua-Neuguinea aus.

Die Menschen im Busch sind darum auf Versorgung aus der Luft angewiesen. Die MAF fliegt Lebensmittel, Baumaterial, Medikamente und alles, was sonst benötigt wird ein. In Deutschland kaum vorstellbar: Am begehrtesten sind nicht die Küken, die eingeflogen werden, dass sich die Menschen im Busch eine Hühnerhaltung aufbauen können. Am begehrtesten sind auch nicht die Solarpanele und Akkupacks, die in der zwölfstündigen Nacht für Licht sorgen. Das Gut, für das Menschen tagelang zum nächsten Flugplatz laufen, ist die Bibel. Die Menschen sind überzeugt, dass Gottes Wort ihnen etwas über ihr Leben sagen kann, und wollen darum eine Bibel haben und darin lesen.

Menschen stehen an für die Bible Box.

Menschen stehen an für die Bible Box.

Die Arbeit der MAF ist nicht gratis. Es sollen keine falschen Abhängigkeiten entstehen. Darum müssen die Menschen für alle Güter und Flüge zahlen. Aus Spenden finanzierte Subventionen sorgen aber dafür, dass die Preise so angesetzt werden können, dass die Menschen sie sich auch leisten können. Die MAF hilft übrigens auch mit, dass Menschen ein Einkommen haben. So fliegen sie bspw. im Busch angebauten Kaffee zum Verkauf aus. Wer Fair-Trade-Kaffee zu Hause hat, hat vielleicht Kaffee, der bereits in einer Cessna-Maschine der MAF transportiert wurde.

Ein Krankentransport

Ein Krankentransport

Die MAF rettet täglich viele Leben. Wann immer sie die Nachricht per Funk erreicht, dass Kranke oder Verletzte ausgeflogen werden müssen, starten ihre Maschinen. Volkher Jacobsen erzählte berührende Geschichten, die nicht weniger als ein Wunder sind: Von Schwerverletzten, die nachts nichts ausgeflogen werden konnten, aber sowohl die Nacht als auch den Flug überlebten und nun wieder in ihrer Heimat sind. Von einem Baby mit einem schweren Geburtsfehler, das er ins Krankenhaus geflogen hat, aus dem inzwischen eine 13-jährige, gesunde Jugendliche geworden ist.

Ein Flugfeld im Urwald

Ein Flugfeld im Urwald

Die Piloten riskieren aber auch ihr Leben. Die oft sehr kurzen Landebahnen im Busch verlangen den Piloten viel ab und verzeihen keine Fehler. Winde oder Schäden an den Landebahnen können für Unfälle sorgen. Eine Gedenktafel im Hauptquartier erinnert an die tödlich verunglückten Piloten der MAF. Wer in seine Maschine steigt, weiß, welcher Gefahr er sich aussetzt. »Als die Taliban zurückkamen, mussten auch wir über Nacht Afghanistan verlassen. Wir hatten dort drei Flugzeuge. Die konnten wir nicht zurücklassen. Die wurden gebraucht. Wir haben entschieden, in Formation zu fliegen, ganz dicht beieinander. Auf dem Radar erscheinen wir so als ein Punkt und nicht drei. Würden die Taliban ihre Flugabwehr einsetzen, dann würden sie nur eine Rakete starten und nicht drei. Wen es trifft, den trifft es dann eben. Aber zwei kommen so durch.«, erzählte Volkher Jacobsen. Was treibt solche Piloten und so eine Organisation an? Die Liebe zu Gott und zum Nächsten. »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.«, sagt Jesus. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MAF verstehen ihre Arbeit als einen Dienst für Mensch und Gott. Ihre tägliche Arbeit reflektieren sie nicht nur im Gespräch miteinander, sondern auch im gemeinsamen Gebet. »Jedes Flugzeug widmen wir dem Dienst Gottes.« Dass Gott da ist, hilft und Wunder tut, erleben die Piloten der MAF jeden Tag.


Neue Ausstellung in der St.-Laurentius-Kirche

Dargestellt ist die Szene „Pfingstpredigt des Petrus“ (Apg. 2,14)

2022 06 03 Ausstellung Pfingstszene 01

2022 06 03 Ausstellung Pfingstszene 02

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der St.-Laurentius-Kirche angeschaut werden.


Berührend und aufbauend − Konzert mit Clemens Bittlinger am 22. Mai 2022

Am Sonntag, dem 22. Mai 2022, gastierte der Rockpfarrer Clemens Bittlinger in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.

Clemens Bittlinger wusste, was sein Publikum nach über zwei Jahren Pandemie braucht - Erbauung. Mit Liedern aus seinen Alben »Bleibe in Verbindung« und »Leih mir deine Flügel« berührten und erbauten Clemens Bittlinger und seine Begleiter, Adax Dörsam und David Kandert, ihr Publikum. Nicht nur die 100 Gäste, die in die Wonseeser Kirche gekommen waren, sondern auch die Musiker selber wurden von der besonderen Atmosphäre ergriffen. »Es war etwas Besonderes, heute bei euch zu singen«, verabschiedeten sich die Musiker.

Mit einer Mischung aus Humor und Ernst, Schwermut und Leichtigkeit führte Bittlinger durch den Abend, an dem er neben seinen Lieder auch einige Texte vortrug, z.B. Poetry Slams darüber, ob Kleider wirklich Leute machen oder es Engel gibt. So klug wie seine Poetry Slams waren auch seine Liedtexte, die Bittlinger den Menschen direkt ins Herz singen kann. Sein auf den Ukraine-Krieg hin aktualisiertes Lied »Frieden für das Land« sprach eine tiefe Sehnsucht aus. Die Lieder »Jemand streicht um's Haus« und »Amazing grace – von Gnade singt« eröffneten dem Publikum den Himmel und stärkten es gleichermaßen für das Leben hier unten.

Begleitet wurde Bittlinger von Adax Dörsam und David Kandert. Adax Dörsam beherrscht über 70 Saiteninstrumente. Während des Konzertes begeisterte er das Publikum u.a. mit den Klängen der Saz Baglama. Der Multi-Instrumentalist David Kandert beeindruckte mit den Klängen der Handpan, »einer Mischung aus Weber-Grill und UFO«, wie Clemens Bittlinger scherzte.


Interessiert und engagiert – Teenabend am 20. Mai

Am Freitag, 20. Mai, luden die Kirchengemeinden Azendorf, Krögelstein, Hollfeld, Wonsees und Trumsdorf alle Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahre zu einem Teenabend ein. Die Teilnahme übertraf alle Erwartungen. Knapp 50 Jugendliche, etwa die Hälfte aller Eingeladenen, sind gekommen – und brachten neben Spaß und Hunger viel Interesse und Engagement mit.

Bei Getränken und Pizza konnten die Jugendlichen an verschiedenen Stationen über die Zukunft Jugendarbeit in ihren Gemeinden mitbestimmen. Sie konnten erzählen, was sie gerne machen, welche Interessen sie haben, wann sie Zeit haben und was sie sich wünschen. Ebenso waren sie gebeten, zu sagen, was sie von ihren Gemeinden halten. Dabei hat sich gezeigt: Wer beim Kindergottesdienst oder bei Kinderbibeltagen dabei war, denkt gerne daran zurück. Außerdem freuen sich die Jugendlichen, wenn sie in die Arbeit in der Gemeinde eingebunden werden, z.B. als Mesner oder Lektoren im Gottesdienst. Unsere Jugendlichen sind interessiert und engagiert!

Die genauen Ergebnisse müssen noch ausgewertet werden. Basierend darauf werden die Kirchengemeinden zukünftig ihre Jugendarbeit gestalten.

Vielen Dank an alle, die die Stationen betreut haben, sowie an alle, die sich um den Rahmen, das Essen und die Getränke gekümmert haben!

Aus Datenschutzgründen zeigen wir hier keine Fotos. Der Anblick von 50 Jugendlichen, die sich außerhalb der Schule einfach so freiwillig treffen, wird allen Beteiligten auch ohen Fotos im Gedächtnis bleiben. 


Gemeindeversammlung − Trumsdorf und Wonsees arbeiten zusammen

Am 17., 18., und 19. Mai hat der Kirchenvorstand Wonsees in drei Gemeindeversammlungen berichtet, vor welche Herausforderungen der Landesstellenplan die Kirchengemeinde Wonsees und die ganze Kirche stellt, und einen Lösungsvorschlag dafür vorgestellt.

Die Kirchengemeinde Wonsees ist in den letzten 20 Jahren durch Wegzüge und den demographischen Wandel um 23% geschrumpft. Damit steht sie aber nicht alleine da. Alle Kirchengemeinden der Region sind geschrumpft − manche etwas mehr, andere etwas weniger, im Durschnitt aber um 21%. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer aufgrund des demographischen Wandels immer mehr ab. Es gibt heute weniger als halb so viele junge Menschen wie vor 40 Jahren. Darum ist es nur logisch, dass Jahr für Jahr mehr Pfarrerinnen und Pfarrer in Ruhestand gehen, als neue nachkommen. Das liegt nicht daran, dass keine jungen Menschen mehr den Pfarrberuf ergreifen möchten, sondern daran, dass es einfach sehr viel weniger junge Menschen gibt.

Für die Kirchengemeinden Thurnau, Berndorf, Limmersdorf, Hutschdorf, Langenstadt, Buchau/Weismain, Peesten, Kasendorf, Azendorf, Krögelstein, Hollfeld, Trumsdorf und Wonsees stehen darum zukünftig statt 8,5 noch 7 Pfarrstellen zur Verfügung.

Die Kirchenvorstände Trumsdorf und Wonsees haben sich darauf verständig, sich eine Pfarrstelle zu teilen. Um die Arbeitszeit dieses Pfarrers/dieser Pfarrerin möglichst sinnvoll zu nutzen, haben sich beide Kirchenvorstände darauf geeinigt, möglichst eng zusammenarbeiten und, wenn möglich, zu einer Gemeinde fusionieren. Die Veränderungen, die sich daraus ergeben, sind tatsächlich weniger einschneidend, als würden beide Gemeinden nicht zusammenarbeiten. Keine Zusammenarbeit hätte bedeutet, dass der Pfarrer/die Pfarrerin weniger als 20% seiner Arbeitszeit tatsächlich mit Gottesdiensten, Besuchen und anderen Gemeindeangeboten verbringen kann. Durch eine Fusion wird es stattdessen ähnlich viel Zeit sein, wie bisher dafür zur Verfügung steht. Eine Fusion bedeutet darum zwar Veränderungen bzgl. der Verwaltung und verlangt von den Gemeindegliedern, auch einmal ins Auto zu steigen und nach Trumsdorf zu fahren, sorgt aber umgekehrt dafür, dass das bisherige Angebot erhalten bleiben kann und nicht gekürzt werden muss.

Den gesamten Vortrag vom Pfarrer Städtler können Sie hier einsehen:


Spektakuläre Uraufführung
»Schluss mit Gott« begeistert und regt zum Nachdenken an

Am Freitag, dem 29. April, fand vor ausverkauften Rängen in der Burg Zwernitz in Sanspareil die Uraufführung des Theaterstücks »Schluss mit Gott. Eine Tragödie zum Zedersitzer Mord« statt.

Zum 300. Jahrestag des sog. »Zedersitzer Modes«, bei dem während des Dreißigjährigen Krieges 15 Männer der Ortschaft Zedersitz von kaiserlichen Soldaten brutal getötet wurden, schrieb der Wonseeser Pfarrer Hans Pfister ein Theaterstück. »Schluss mit Gott« erzählt davon, wie eine Gruppe engagierter Menschen dieses 100 Jahre alte Theaterstück heute neu aufführen will. Dabei muss sie sich nicht nur mit den Ereignissen damals und dem Glauben der Menschen damals auseinandersetzen, sondern auch mit persönlichen Schicksalsschlägen und ihrem eigenen Glauben. Verfasst wurde »Schluss mit Gott« von dem Pfarrehepaar Anna Städtler-Klemisch und Daniel Städtler.

Samuel Dupke als Johannes und Tanja Wölfel als Susanne
Samuel Dupke als Johannes und Tanja Wölfel als Susanne


In den Hauptrollen begeisterten u.a. Tanja Wölfel als Susanne und Samuel Dupke als Johannes. Die gemeinsamen Proben beginnen, ihre Beziehung zu belasten, als das Stück sie dazu anregt, zum ersten Mal über Glaube und Religion zu sprechen. Das Stück hält sich nicht mit Klischees auf. Stattdessen treffen die persönlichen Glaubenserfahrungen von Susanne und die berechtigte Kritik von Johannes hart aufeinander. Frau Wölfel und Herr Dupke boten Schauspielkunst auf höchsten Niveau. Als Susanne nach einem Schicksalsschlag auf der Bühne in Tränen ausgebrochen ist, kämpfte auch das Premieren-Publikum mit seinen Emotionen und wischte sich die feuchten Augen ab. Zurecht erhielten die beiden nach dem Stück langanhaltenden Applaus.

Sven Bergmann stellte in seiner Rolle als Andreas den Gegenpol zu seinem besten Freund Johannes dar. Andreas geht mit Leichtigkeit und Freude durchs Leben. Seine Kommentare und lustigen Sprüche, die Sven Bergmann treffsicher dargeboten hat, sorgten selbst in den traurigsten Szenen für Lacher im Publikum. Andreas ist niemand, dem man seine Witze übelnehmen kann, vor allem nicht, da Sven Bergmann die Liebe, die Andreas für die anderen Protagonisten empfindet, so überzeugend gespielt hat. Umso ergriffener war das Publikum dann, als selbst der lustige Andreas verstummt ist.

Samuel Dupke als Mesner Beckenkarl und Gustav Laaser als Pfarrer Samstag

Samuel Dupke als Mesner Beckenkarl und Gustav Laaser als Pfarrer Samstag

Gustav Laaser glänzte in insgesamt drei Rollen. Als Lorenz wollte er zusammen mit Susanne, Johannes und Andreas das alte Stück neu aufführen. Als der alte Herr Rauscher und als Pfarrer Samstag brillierte er in den Szenen aus Pfisters Stück. Lorenz und Rauscher bringen Besonnenheit in die Konflikte, die sich auf der Bühne zutragen. Die Zerrissenheit, die Pfarrer Samstag empfindet, als er die Zedersitzer Männer beerdigt, spielt Herr Laaser so eindrücklich, dass sie dem Publikum lange nachgehen wird. Ohne Über- oder Untertreibung und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger stellt Samstag klar, warum sich an der Religion die Geister scheiden. Sein Mesner bittet Pfarrer Samstag daraufhin zu schweigen, weil seine Reden den Anwesenden Angst machen. Als Zuschauer möchte man sich dem anschließen. Man spürt, dass Samstag recht hat. Er spricht zeitlose, aber unbequeme Wahrheit aus. »Schluss mit Gott« ist ein Theaterstück, das kein Blatt vor den Mund nimmt.

Johanna Schrüfer überzeugte in der Rolle der Oma Annie. Oma Annie ist die gute Seele, die die ganze Gruppe zusammenhält. Die Weisheit und Lebenserfahrung dieser Frau sowie den festen Glauben, der sich in vielen schweren Stunden bewährt hat, nimmt man Frau Schrüfer zu jeder Zeit ab. Als es auf der Bühne zu einer überraschenden Wendung kam, machte sich sogar Unruhe im Publikum breit. Das Publikum war verunsichert, ob es sich um Schauspiel oder Realität handelte.

Das Stück setzte hohe Ansprüche an die Inszenierung. Da sich Szenen aus Pfisters Stück mit Szenen aus der Gegenwart abwechseln, musste sichergestellt werden, dass die Zuschauer je und je wissen, ob sich das Geschehen gerade im Dreißigjährigen Krieg oder der Gegenwart zuträgt. Dies gelang aber zu jeder Zeit. Dazu halfen clevere Requisiten, die klare Unterscheidung zwischen der antiquierten Sprache des 17. Jahrhunderts und der modernen Sprache der Neuzeit sowie die Rolle von Martina Hacker. Frau Hacker spielte die Regisseurin, die Susanne, Johannes, Andreas und die anderen anleitete, Pfisters Stück noch einmal auf die Bühne zu bringen. Die kurzen, aber wichtigen Auftritte der Regisseurin markierten immer den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die echten Tränen, die Frau Hacker während des Höhepunktes des Stücks vergoss, zeugen ebenso sehr von Ihrer Schauspielkunst wie von der Ihrer Kolleginnen und Kollegen.

In weitere Rollen waren zu sehen:

Detlef Gasthuber als Clemens und Soldat
Thomas Schmeußer als Lenhard und Soldat
Marius Münch als Nikol und Soldat
Johannes Weggel als Hansjörg und Soldat
Sebastian Stiller als Hans Gareiß und Soldat
Wolfgang Schleicher als Paul Pfändner und Soldat
Holger Münch als Oberst Hebron
Hubert Linz als Leutnant
Thomas Hacker als Offizier des Spähtrupps
Regina Pfändner als 1. Frau
Jutta Schoberth als 2. Frau
Katrin Voit als 3. Frau
Anja Maier als 4. Frau

Das gesamte Ensemble

Das gesamte Ensemble

»Schluss mit Gott« ist wahrlich kein Bauerntheater. Mit großem Ernst, aber ohne Pathos oder moralischer Überhöhung stellt das Stück die Frage, welche Bedeutung Glaube und Religion in der Gegenwart spielen können. Die Antwort ist dabei nicht von Anfang an vorgegeben. Die Protagonisten reifen im Laufe des Stücks. Am Ende wird ihnen bewusst, dass es ein versöhntes Miteinander unterschiedlicher Auffassungen geben kann − eine Erkenntnis, die leider zu spät kommt.

Die wahre Regisseurin des Stücks »Schluss mit Gott« war natürlich Angela Lang. Pfarrer Städtler erläuterte in seiner Begrüßung kurz die Geschichte des Projektes. Das Projekt begann 2019 auf Anregung von Frau Lang, die sich wünschte, dem Wonseeser Kirchenchor mehr von der Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihm gebührt. Sie wollte darum ein Theaterstück auf die Beine stellen, bei dem Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores mitspielen und das immer wieder von Liedern des Chores begleitet wird. In der Folgezeit kümmerte sich Frau Lang mit unermüdlichem Einsatz um das ganze Projekt. Sie brachte interessierte Ehrenamtliche zusammen, setzte Probentermine an, hielt das Projekt über die Pandemie am Leben, indem sie mit den Schauspielerinnen und Schauspielern ein Hörspiel aufnahm, und sorgte letztendlich für die spektakuläre Uraufführung am 29. April. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sagten im Anschluss: »Was wir heute gesehen haben, haben wir Frau Lang zu verdanken. Frau Lang hat uns pausenlos motiviert und dafür gesorgt, dass wir immer besser werden.«

Das Ziel des »Chorprojektes« hat Frau Lang erreicht. Nicht nur die Uraufführung, auch die Vorstellungen am 30.4. und 1.5. waren binnen weniger Tage ausverkauft. Die Rückmeldungen der Premierengäste waren ebenfalls eindeutig. Eine derartiges Stück und eine solche Kombination von Theater und Chor hat es im Laienbereich noch nie gegeben. Der Kirchenchor, der von Sängern des »Liederkranz« Hollfeld unterstützt wurde, nahm das Publikum mit seiner Mischung von fröhlichen, nachdenklichen und trotzigen Liedern mit auf die emotionale Reise, auf die sich die Protagonisten auf der Bühne befanden.

Die Aufführung hätte ebenso auf den großen Bühnen der Staatstheater stattfinden können. »Schluss mit Gott« hat begeistert, bewegt und zum Nachdenken angeregt. Das Publikum wird noch lange erzählen, was Frau Lang mit ihrem Kirchenchor Wonsees geschaffen hat.


24. April 2022: Eine Konfirmation fast wie früher 

Am Sonntag, 24. April, feierten wir in zwei Festgottesdiensten um 9.00 und 11.00 Uhr Konfirmation. Unsere 14 Konfirmandinnen und Konfirmanden waren der erste Jahrgang, dessen Konfi-Zeit komplett in die Pandemie gefallen ist. Wir hätten ihnen etwas anderes gewünscht: eine Konfi-Zeit mit gemeinsamen Rüstzeiten und einem Konfi-Unterricht, in dem mehr Miteinander erlaubt ist. Gerade weil die Zeit schwierig war, konnten die Jugendlichen aber auch besondere Erfahrungen machen. In unseren Gottesdiensten und bei Aktionen, bei denen sie selber mitgewirkt haben, konnten sie merken, wie der christliche Glaube uns trägt − auch durch die Pandemie − und wie er unsere Gemeinschaft stärkt.

Gerade, weil die Konfi-Zeit so sehr von Corona geprägt war, haben wir uns umso mehr gefreut, als im März fast alle Corona-Auflagen aufgehoben wurden. So konnten wir am 24. April eine Konfirmation feiern, die fast wie früher war. Endlich war wieder ein festlicher Einzug unter der Musik unseres Posaunenchores möglich. Endlich konnten die Jugendlichen wieder gemeinsam im Altarraum sitzen.
Corona wurde deswegen natürlich nicht einfach ausgeblendet. Alle Gottesdienstbesucher waren gebeten, Masken zu tragen, und das Abendmahl wurde mit Einzelkelchen gefeiert.

Pfarrer Städtler hat während des Gottesdienstes betont, wie stolz er auf die 14 Jugendlichen ist. In seiner Predigt erzählte er von Menschen, die für andere zu Helden wurden. Dazu mussten sie keine spektakulären Taten vollbringen, sondern im Alltag einfach das Richtige tun. Den Rest tat dann Gott. Pfarrer Städtler ermutigte die Jugendlichen, selber zu Helden für andere zu werden, indem sie einfach darauf vertrauen, dass Gott auch für sie und ihr Leben einen Plan hat.

Ein besonderes Dankeschön gilt allen, die den Gottesdienst möglich gemacht haben! Der Kirchenvorstand hat sich immer darum bemüht, die Konfirmation unter Corona-Bedingungen möglich zu machen und auf die sich ändernden Bestimmungen zu reagieren. Vielen Dank an den Kirchenchor, der wieder in beiden Gottesdiensten gesungen hat! Vielen Dank an die Eltern, die den Gottesdienst mitorganisiert haben!

Konfirmiert wurden:

Konfirmation 2022 web

Maximilian Merz, Markus Murrmann, Erik Herrmannsdörfer, Katharina Fischer,
Henrik Herrmannsdörfer, Moritz Rauterberg, Milena Schirmer, Johanna Leykam,
Freya Münch, Theresa Münch, Hanna Hofmann, Alena Zink, Alina Erlwein, Tarja Fingas


Aktuelle Corona-Maßnahmen bei Gottesdiensten (Stand 13. April 2022)

Ab sofort gilt:

  • Alle verpflichtenden Regln sind aufgehoben.
  • Das Tragen von Masken ist freiwillig.
  • Es gibt freie Platzwahl. Wir bitten aber alle Gottesdienstbesucher, freiwillig einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Haushalten zu halten. Bitte treten Sie anderen, die Abstand wünschen, nicht zu nahe.
  • Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist nicht begrenzt.

 

Termine


Wonsees:
St.-Laurentius-Kirche Wonsees

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Tageslosung

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Jesus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Online-Spende

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